Grundlagen vor der Budgetplanung

Dieser Leitfaden richtet sich an ausländische Touristen, die zu touristischen Zwecken nach China reisen. Die tatsächlichen Reisekosten variieren stark je nach Reisedauer, Reiseziel, gewünschtem Komfortniveau und Reisezeit. Grundsätzlich lassen sich drei Budgetkategorien unterscheiden: Low-Budget für Rucksacktouristen, mittleres Komfortbudget für Reisende mit Standardansprüchen und Luxusbudget für Ansprüche an gehobene Ausstattung. Preisangaben in diesem Leitfaden basieren auf öffentlich zugänglichen Preisdaten der Jahre 2024/2025, umgerechnet in Euro zur Orientierung. Es ist zu beachten, dass China eine große geographische Ausdehnung hat, sodass Preisunterschiede zwischen großen Küstenstädten und ländlichen Regionen im Inland teilweise über 50 Prozent betragen können.

Vorab anfallende Fixkosten und erforderliche Vorbereitungen

Vor Reiseantritt fallen unabhängig vom Reiseverlauf feststehende Kosten und Vorbereitungen an, die bei der Planung zuerst berücksichtigt werden müssen:

  • Visum beziehungsweise Einreisevoraussetzungen: Für Aufenthalte von bis zu 15 Tagen zu touristischen Zwecken gilt für Staatsangehörige von über 20 Ländern (unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Österreich, Schweiz, Singapur, Malaysia) bis zum 31. Dezember 2025 eine einseitige Visumbefreiung, sodass keine Visumgebühren anfallen. Bei längeren Aufenthalten muss ein Touristenvisum (L-Visum) beantragt werden. Die Gebühren variieren je nach Staatsangehörigkeit, Anzahl der Einreisen und Antragskanal. Für deutsche Staatsangehörige beträgt die Visumgebühr nach aktuellen Angaben der chinesischen Auslandsvertretungen 80 Euro für Visa mit bis zu 6-monatiger Gültigkeit, 120 Euro für Visa mit längerer Gültigkeit. Zuzüglich können Servicegebühren von beauftragten Visazentren in Höhe von 10 bis 20 Euro anfallen. Genaue Angaben sind auf der Webseite der jeweils zuständigen chinesischen Auslandsvertretung abrufbar.
  • Internationale Hin- und Rückflugtickets: Die Preise für Flüge von europäischen Drehkreuzen (Frankfurt, Paris, Amsterdam, Wien) zu chinesischen Großstädten (Peking, Shanghai, Guangzhou) liegen in der Nebensaison (November bis Mitte Dezember, Januar bis Februar außerhalb des chinesischen Frühlingsfestes) zwischen 400 und 700 Euro für Hin- und Rückflug. In der Hauptsaison (Sommerferien Juli/August, Frühlingsfest, Nationalfeiertag Anfang Oktober) steigen die Preise auf 800 bis 1500 Euro. Abweichungen gibt es je nach Abflugort und Buchungszeitpunkt.
  • Reiseversicherung: Auch wenn für die meisten Nationalitäten keine Versicherungspflicht für touristische Aufenthalte besteht, wird der Abschluss einer Auslandsreiseversicherung mit Deckung von medizinischen Kosten in Höhe von mindestens 300.000 Yuan (ca. 38.000 Euro) für die gesamte Aufenthaltsdauer empfohlen. Die Kosten betragen je nach Leistungsumfang 5 bis 15 Euro pro Woche.
  • Zahlungsmittelvorbereitung: Bei Einreise nach China dürfen Fremdwährungen im Wert von bis zu 5.000 US-Dollar ohne Deklaration mitgeführt werden. Höhere Beträge müssen bei der Einreise beim Zoll deklariert werden. Es wird empfohlen, einen kleinen Betrag an chinesischen Yuan (umgerechnet 100 bis 200 Euro) in bar mitzuführen, sowie eine internationale Kreditkarte (Visa/Mastercard) für Zahlungen in größeren Einrichtungen.

Schritt-für-Schritt Aufteilung des Reisebudgets

Schritt 1: Berechnung der vorab anfallenden Fixkosten

Zuerst werden die Kosten für gegebenenfalls erforderliches Visum, internationalen Flug und Reiseversicherung addiert. Diese Beträge sind unabhängig von den späteren Ausgaben vor Ort und bilden die Grundlage des Gesamtbudgets.

Schritt 2: Berechnung der täglichen Ausgaben vor Ort

Die Kosten vor Ort teilen sich in vier Hauptbereiche auf, die je nach Komfortanspruch stark variieren:

  • Unterkunft: Im Low-Budget-Bereich kosten Betten in Jugendherbergen 10 bis 25 Euro pro Nacht, in kleineren Städten teilweise darunter. Im mittleren Preissegment liegen Übernachtungen in Drei-Sterne-Hotels, bekannten Wirtschaftshotelketten oder regulären Ferienwohnungen bei 30 bis 70 Euro pro Nacht, in zentralen Lagen von Großstädten bis zu 100 Euro. Übernachtungen in Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels sowie gehobenen Ferienunterkünften beginnen bei 120 Euro pro Nacht nach oben offen.
  • Verpflegung: Bei Mahlzeiten in lokalen Kleinstrestaurants, an Straßenimbissen oder in Kantinen belaufen sich die täglichen Kosten auf 10 bis 20 Euro. Für Mahlzeiten in mittleren Restaurants, gelegentliche Besuche von Spezialitätenlokalen liegen die täglichen Kosten bei 25 bis 50 Euro. Mahlzeiten in gehobenen Restaurants oder mit speziellen kulinarischen Angeboten beginnen bei 60 Euro pro Tag.
  • Verkehr vor Ort und zwischen Städten: Innerhalb von Städten kosten Fahrten mit Bus oder U-Bahn 0,3 bis 1 Euro pro Fahrt, Taxifahrten beginnen je nach Stadt bei 1,5 bis 3 Euro Grundgebühr. Für den Stadtverkehr ergeben sich so im Low-Budget-Bereich tägliche Kosten von 2 bis 5 Euro, im mittleren Preissegment 5 bis 15 Euro, bei Nutzung von Mietwagen oder Fahrerservices ab 30 Euro pro Tag. Für Überlandfahrten liegen die Preise für Hochgeschwindigkeitszüge (2. Klasse) bei 5 bis 8 Euro pro 100 Kilometer, Inlandsflüge kosten bei rechtzeitiger Buchung auf häufig befahrenen Strecken zwischen 50 und 100 Euro.
  • Eintritte und Kleinausgaben: Die meisten öffentlichen Museen sind nach vorheriger Reservierung kostenlos zugänglich. Eintritte für Naturparks und Weltkulturerbestätten kosten 5 bis 20 Euro pro Besuch, große Themenparks zwischen 50 und 100 Euro pro Tag. Für Kleinausgaben wie Getränke, Souvenirs oder eine lokale Touristen-SIM-Karte (ca. 5 bis 10 Euro pro Woche mit ausreichendem Datenvolumen) sollten zusätzlich 5 bis 25 Euro pro Tag eingeplant werden.

Zur Orientierung dient die folgende Übersicht über die Kosten für Aufenthalte in China ohne internationale Flüge, Visum und Versicherung:

Budgetkategorie 1 Woche Aufenthalt 2 Wochen Aufenthalt
Low-Budget (Rucksacktour) 250 – 450 € 480 – 850 €
Mittleres Komfortniveau 550 – 1100 € 1000 – 2000 €
Luxusniveau ab 1400 € ab 2600 €

Schritt 3: Einplanung eines Notfallpuffers

Zusätzlich zum berechneten Budget sollten 10 bis 15 Prozent des Gesamtbetrags als Reserve für unvorhergesehene Ausgaben wie kurzfristige Verkehrsumplanungen, zusätzliche Ausflüge oder kleinere Zwischenfälle eingeplant werden.

Wichtige Hinweise und mögliche Kostenfallen

  • Regionale Preisunterschiede: Großstädte wie Peking, Shanghai, Shenzhen sowie beliebte Touristenorte wie Sanya, Hangzhou oder Xiamen weisen um 30 bis 50 Prozent höhere Preise auf als mittelgroße Städte oder ländliche Regionen in Westchina. In abgelegenen Gebieten sind teilweise nur Barzahlungen in Yuan möglich.
  • Saisonale Preisschwankungen: Während chinesischer gesetzlicher Feiertage (insbesondere das einwöchige Nationalfeiertag am 1. Oktober, das Frühlingsfest im Januar/Februar und die Sommerferien im Juli und August) steigen Preise für Unterkünfte und Inlandsflüge teilweise um das Zwei- bis Dreifache. Viele beliebte Sehenswürdigkeiten sind in dieser Zeit ausgebucht, kurzfristige Buchungen sind oft deutlich teurer oder nicht möglich.
  • Zahlungshinweise: Internationale Kreditkarten werden hauptsächlich in gehobenen Hotels, großen Einkaufszentren und Flughäfen akzeptiert. Viele kleine Läden, Straßenimbisse oder Einrichtungen in ländlichen Gebieten akzeptieren keine ausländischen Karten, aber ausländische Nutzer können ohne chinesisches Bankkonto Alipay oder WeChat Pay mit ihrer internationalen Karte verknüpfen, um mobile Zahlungen durchzuführen.
  • Vermeidung von Kostenfallen: Viele beliebte Sehenswürdigkeiten wie die Verbotene Stadt in Peking oder die Terrakotta-Armee in Xi’an verkaufen keine Eintrittskarten direkt vor Ort, sondern nur über offizielle Online-Kanäle. Kartenkäufe über nicht autorisierte Dritte sind oft deutlich überteuert. Bei Taxifahrten sollten ausschließlich offiziell zugelassene Taxis mit Taxameter oder die offizielle Fahrdienst-App Didi (mit Registrierung für ausländische Nutzer) genutzt werden, um überhöhte Preise durch unbefugte Anbieter zu vermeiden.
  • Steuerrückerstattung bei Ausreise: An größeren internationalen Grenzübergängen und Flughäfen besteht für ausländische Touristen die Möglichkeit, Mehrwertsteuer auf Einkäufe in ausgewiesenen Tax-Free-Shops zurückzuerhalten. Voraussetzung ist unter anderem ein Mindestumsatz von 500 Yuan pro Geschäft und Tag, unbenutzte Ware bei Ausreise sowie die Einhaltung der Antragsfrist. Der Rückerstattungssatz beträgt 9 bis 11 Prozent des Einkaufswerts.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Frage: Muss ich für eine China-Reise große Mengen Bargeld mitführen?

Antwort: Nein. In größeren Städten werden internationale Kreditkarten und mobile Zahlungen über mit ausländischen Karten verknüpfte Dienste weitgehend akzeptiert. Empfohlen wird die Mitnahme von Bargeld im Wert von umgerechnet 100 bis 200 Euro in chinesischen Yuan für Ausgaben in ländlichen Gebieten oder kleinen Läden. Bei Mitnahme von Fremdwährung im Wert von über 5.000 US-Dollar besteht eine Deklarationspflicht bei der Einreise.

Frage: Gibt es günstige Möglichkeiten, zwischen chinesischen Städten zu reisen?

Antwort: Ja. Das chinesische Hochgeschwindigkeitszugnetz ist flächendeckend ausgebaut und bietet im Vergleich zu Inlandsflügen oft deutlich günstigere Preise bei kurzer Reisezeit. Bei Buchung mehrere Wochen im Voraus gibt es zudem teilweise Rabatte auf Zug- und Flugtickets.

Frage: Muss ich Eintritt für alle Sehenswürdigkeiten bezahlen?

Antwort: Nein. Alle öffentlichen staatlichen Museen und Gedenkstätten sind nach vorheriger kostenloser Online-Reservierung für Besucher zugänglich. Eintrittsgelder werden hauptsächlich für kommerzielle Themenparks, Naturparks und einzelne Weltkulturerbestätten erhoben.

Frage: Gilt in ganz China das gleiche Preisniveau?

Antwort: Nein. Die Preise für Unterkunft, Verpflegung und Verkehr in großen Küstenstädten und beliebten Touristenhochburgen liegen um 30 bis 50 Prozent über dem Niveau von mittleren und kleinen Städten sowie ländlichen Regionen in Westchina. In der Hauptsaison können Preise in beliebten Reisezielen zusätzlich stark ansteigen.

Frage: Benötige ich ein chinesisches Bankkonto, um mobil bezahlen zu können?

Antwort: Nein. Die gängigen mobilen Zahlungsdienste Alipay und WeChat Pay ermöglichen es ausländischen Nutzern, internationale Kredit- und Debitkarten zu verknüpfen und Zahlungen ohne lokales Bankkonto durchzuführen.

Frage: Ist eine Reise nach China auch mit kleinem Budget möglich?

Antwort: Ja. Bei Nutzung von Jugendherbergen, lokalen Imbissen und öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Reise auch mit täglichen Kosten von unter 40 Euro pro Person möglich, je nach Reiseziel auch günstiger.

Referenzquellen

  • Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland: Informationen zu Visagebühren und Einreisebestimmungen, de.china-embassy.gov.cn
  • Nationales Migrationsamt der Volksrepublik China: Einreisebestimmungen und Visumbefreiungsregelungen, en.nia.gov.cn
  • Allgemeine Zollverwaltung der Volksrepublik China: Bestimmungen zur Bargeldmitnahme bei Ein- und Ausreise, english.customs.gov.cn
  • China State Railway Group Co., Ltd.: Fahrpreisinformationen für Hochgeschwindigkeitszüge, www.12306.cn
  • Alipay Global: Zahlungsinformationen für ausländische Nutzer, global.alipay.com
  • Ministerium für Kultur und Tourismus der Volksrepublik China: Tourismusinformationen und Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, en.mct.gov.cn